Datenschutz-Tools für Google

foto: Data Liberation Front (by Google) / source: http://www.youtube.com/watch?v=QP4NI5o-WUw

foto: Data Liberation Front (by Google) / source: http://www.youtube.com

Google ist weit mehr als eine Suchmaschine. Mit mehr als 50 Services, die der gemeine Internetnutzer mal mehr, mal weniger in seinen/ihren Alltag integriert, ist der Internetdienstleister allgegenwärtig. Für die vielen Dienste des Unternehmens gab es bisher noch zahlreiche Nutzungsbedingungen, die sich eher schlecht als recht mit dem deutschen Datenschutz verstanden haben (Stichwort Google Analytics). Das soll sich am 1. März – an dem Tag treten Googles neue AGBSs und Datenschutzbestimmungen in Kraft – ändern.

Doch leicht hat es Google mit der Nivellierung ihrer AGBs auf keinen Fall. Die US-amerikanische Non-Profit-Organisation Electronic Privacy Information Center (EPIC) ist bestrebt, die Einführung von AGBs und Datenschutzbestimmungen notfalls auch per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Das Verfahren läuft. Laut Heise wird Google nicht einknicken und die Aktualisierung aussetzen. Im Gegenteil: Man hat ein „erstklassiges Programm zur Einhaltung von Datenschutzgrundsätzen erstellt“ und ist zuversichtlich, dass AGBs und Datenschutzbestimmungen von einer externen Behörde bestätigt werden. Wir werden sehen.

Das ganze Hickhack um die Einhaltung der europäischen Datenschutzbestimmungen und die Gewissheit, dass man sich Google wie Facebook nie so wirklich ganz entziehen kann, treibt mich zu der Frage, welche Datenschutz-Mechanismen Google zur Verfügung stellt und wie man diese für sich selbst nutzen kann? Im Folgenden werde ich ein paar Datenschutz-Tools vorstellen. 

foto: Filmstill aus "Browsers, Privacy and you" source: youtube

Was weiß Google über mich?

  • Google weiß nur so viel von dir, wie du bereit bist zu teilen. Eine genaue Auflistung der Informationen, die Google von dir haben könnte – jeder nutzt die Google-Services im unterschiedlichen Maße –, findest du in den aktuellen Datenschutzbestimmungen.

Wie finde ich heraus, welche Google-Dienste ich benutze?

  • Wenn du vergessen hast, welche Google-Services du nutzt, hilft der Menüpunkt Dashboard. Dort findest du eine detaillierte Auflistung der Google-Dienste, die mit deinem Konto verknüpft sind. Das Dashboard ist ein zentraler Ort, um Einstellungen für Blogger, Kalender, Text & Tabellen, Google Mail und Picasa manuell zu verändern. Transparenz obsiegt! Nutzerführung ebenso!

Kann ich meine Google-Daten exportieren?

  • Via Google Takeout kannst du ein Archiv mit allen Daten anfordern, die mit deiner IP-Adresse oder deinem Google-Konto verknüpft sind. Takeout lässt sich auf einzelne Services beziehen, bietet aber auch ein Komplettarchiv an. Google Takeout bietet sich auch an, wenn du fortan eine andere Suchmaschine nutzen und auf deine Daten nicht verzichten möchtest.

Gibt es die Möglichkeit meinen Suchverlauf komplett oder nur teilweise zu löschen?

  • Ja, die gibt es. Über die Webprotokoll-Einstellungen lässt sich entweder der komplette Suchverlauf oder nur einzelne Suchaufträge löschen.

Wie schalte ich personenbezogene Werbung aus?

  • Jeder mit einem Google Mail-Account weiß, dass für Google sämtliche Mailinhalte transparent sind und sie sogar in diesem – eigentlich privaten Umfeld – personalisierte Werbung anbieten. Das ist zumeist sehr ärgerlich, wenn man anhand seiner Suchbegriffe oder seiner Mailinhalte zum gläsernen Menschen wird. Abhilfe schafft der Anzeigenvorgaben-Manager, über den sich verschiedene Anzeigenformate deaktivieren lassen.
  • Für Google Mail: Anzeigenvorgaben -> Anzeigen in der Suche und Google Mail -> Deaktivieren
  • Für die Google Suche: Anzeigenvorgaben -> Anzeigen im Web -> Deaktivieren

Können meine Suchbegriffe von Dritten abgefangen werden?

  • Ganz einfach: ja! Dazu benötigen Hacker heutzutage lediglich ein Smartphone und die passende App. Eine unverschlüsselte Suche ist vergleichbar mit offenen Briefen, die von A nach B verschickt werden. Doch keine Panik: Der Suchverkehr zwischen deinem Computer und Google lässt sich verschlüsseln. Mit der verschlüsselten Suche (Google encrypted) surfst du auf der richtigen Seite.

Google Chrome: Anonymes Browsen leicht gemacht

  • Eine zweite Möglichkeit seinen Suchverkehr zu anonymisieren, bietet der Google-Browser Chrome. Über „Google Chrome anpassen -> neues Inkognito Fenster öffnen“ gelangst du in den Inkognito-Modus, der verhindert, dass aufgerufene Seiten im Browser- oder Suchverlauf erscheinen. Zudem werden nach dem Schließen aller offenen Inkognito-Fenster keine anderen Spuren wie etwa Cookies auf deinem Computer gespeichert.
  • Anonymes Browsen einschalten: Google Chrome anpassen (Werkzeugsymbol oben rechts) -> neues Inkognito Fenster öffnen
  • Mehr Infos zum sicheren Surfen mit Google Chrome findest du hier.

Google Analytics deaktivieren

  • Mit dem Monitoring-Tool Google Analytics messen Homepage-Betreiber den Traffic auf ihren Seiten. Damit können sie herausfinden, wie oft bestimmte Artikel angeklickt und die eigene Seite besucht wird. Falls du als Homepage-Besucher anonym bleiben möchtest und nicht von Google Analytics erfasst werden möchtest, dann lässt sich Google Anlytics mit Hilfe eines Add-Ons deaktivieren.
  • Die gutmenschelnden Homepage-Betreiber können ihren Google Analytics Account mit einer zusätzlichen Zeile im Einbettungscode anzweisen, die IP-Adresse des Homepage-Besuchers sofort zu anonymisieren:
  • <script type=“text/javascript“>
    var _gaq = _gaq || [];
    _gaq.push ([’setAccount‘, ‚UA-1234567-8‘]);
    _gaq.push ([‚_gat._anonymizeIP‘]);
    _gaq.push ([‚trackPageview‘]);
    </script>

Street View: Wie schütze ich Haus und Hof vor fremden Blicken?

  • Als Google den Service 2008 ankündigte, sorgten viele Bundesbürger dafür, dass ihr privates Anwesen auch privat bleibt. Zum Schutz der Privatsphäre werden Gesichter und Autokennzeichen seit 2008 automatisch unkenntlich gemacht. Wer verpasst hat, Waldis Hundehütte zu verpixeln, kann dies nachträglich tun. Die Unkenntlichmachung von Bildern kann an dieser Stelle beantragt werden.
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